Werte lügen nicht – was Gold über Vorsorge, Krisen und Vertrauen erzählt

Was Gold über Vorsorge, Krisen und Vertrauen erzählt - Nordmark Wertkontor GmbH

Von der Berliner Schlossfreiheit des 18. Jahrhunderts bis zu einem Goldpreis von rund 4.500 US-Dollar je Feinunze im Jahr 2026: Die Geschichte der Edelmetalle ist auch eine Geschichte über Vertrauen, Kaufkraft und die Frage, was von Vermögen bleibt, wenn sich die Welt verändert. Edelmetallexperte Torsten Humbert betrachtet diese Entwicklung aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Seine familiären Wurzeln reichen über Generationen in das Berliner Gold- und Silberhandwerk zurück. Für Nordmark Wertkontor entsteht daraus eine Haltung, die gerade heute wieder bemerkenswert aktuell erscheint: weniger Versprechen, mehr Substanz.

Wenn 100 Euro auf dem Konto liegen – sind es morgen noch dieselben 100 Euro?

Geld besitzt eine merkwürdige Eigenschaft. Auf dem Konto verändert sich seine Zahl oft nicht, seine Bedeutung dagegen sehr wohl. 100 Euro bleiben 100 Euro. Doch was man dafür kaufen kann, entscheidet sich jeden Tag neu.

Diese scheinbar einfache Erkenntnis beschäftigt Anleger im Jahr 2026 wieder stärker. Die Inflation in Deutschland lag nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juli 2026 bei 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel wurde mit 2,4 Prozent angegeben. Besonders auffällig: Energie verteuerte sich gegenüber Juli 2025 voraussichtlich um 8,3 Prozent.

2,8 Prozent klingen zunächst nicht dramatisch. Doch Vermögensvorsorge wird nicht für zwölf Monate betrieben. Bei dauerhaft 2,8 Prozent Inflation verliert Geld rechnerisch innerhalb von zehn Jahren rund ein Viertel seiner heutigen Kaufkraft. Aus 100.000 Euro nominalem Vermögen wird zwar kein kleinerer Kontostand. Die Kaufkraft entspricht nach zehn Jahren aber nur noch ungefähr 75.900 Euro in heutigen Preisen, sofern keine Verzinsung oder andere Wertentwicklung dagegensteht.

Genau hier beginnt die eigentliche Frage der Vorsorge. Nicht: Welches Produkt steigt nächsten Monat, sondern: Wie bewahre ich Kaufkraft über zehn, zwanzig oder dreißig Jahre? Diese Frage ist älter als Aktienbörsen, ETFs und digitale Handelsplattformen. Und sie führt erstaunlich schnell zu einem Metall, das Menschen seit Jahrtausenden fasziniert.

Gold: Ein Metall, das keine Versprechen unterschreibt

Gold zahlt keine Dividende. Es überweist keine Zinsen. Es veröffentlicht keine Quartalszahlen und beschäftigt keinen Vorstand, der Gewinnprognosen korrigieren könnte.

Genau deshalb halten manche Anleger Gold für unproduktiv. Andere betrachten genau diese Eigenschaft als seine Stärke.

Ein physischer Goldbarren ist keine Forderung gegen einen Schuldner. Wer ihn unmittelbar besitzt, trägt kein klassisches Emittentenausfallrisiko wie bei einer Schuldverschreibung. Natürlich bleiben andere Risiken: Preisrisiken, Verwahrungskosten, Diebstahlrisiken, Handelsspannen und gegebenenfalls die Bonität eines Verwahrers. Aber das Metall selbst ist keine Zahlungszusage eines Unternehmens oder eines Staates. Diese Unterscheidung klingt theoretisch. In Krisenzeiten wird sie plötzlich sehr praktisch.

Die Berliner Nordmark Kontor GmbH will ausschließlich mit physischem Gold, Silber und Platin arbeiten. Prognosen, Anlageempfehlungen und Finanzprodukte sollen ausdrücklich nicht zum Geschäftsmodell gehören. Dies findet sich in einem bemerkenswert kurzen Satz: „Niemand kennt die Preise von morgen.“ Gerade in einer Branche, in der Angst manchmal ebenso aggressiv verkauft wird wie Hoffnung, ist diese Zurückhaltung interessant. Denn Edelmetalle benötigen keine erfundenen Geschichten. Ihre wirkliche Geschichte ist spannend genug.

1971: Der Tag, an dem Gold und Geld getrennte Wege gingen

Wer verstehen möchte, warum Anleger heute über Gold als langfristige Vorsorge nachdenken, muss einen Blick in den August 1971 werfen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das internationale Währungssystem von Bretton Woods durch feste Wechselkurse geprägt. Der US-Dollar bildete das Zentrum. Für ausländische Zentralbanken war der Dollar zu einem festgelegten Kurs von 35 US-Dollar je Feinunze in Gold konvertierbar. Das System funktionierte, solange genügend Vertrauen in den Dollar und genügend amerikanische Goldreserven vorhanden waren.

Doch immer mehr Dollar zirkulierten außerhalb der Vereinigten Staaten. Die amerikanischen Goldbestände konnten die theoretischen Ansprüche schließlich nicht mehr zu dem festgelegten Preis decken. Am 15. August 1971 zog US-Präsident Richard Nixon die Konsequenz und setzte die Konvertierbarkeit des Dollars in Gold aus. Das sogenannte „Goldfenster“ wurde geschlossen. Damit begann das Ende des Bretton-Woods-Systems. Dieser Moment war eine Zeitenwende.

Seitdem beruht der Wert moderner Währungen nicht mehr auf einem unmittelbaren Anspruch auf eine bestimmte Menge Gold. Geld funktioniert durch Vertrauen in Staaten, Zentralbanken, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Stabilität des Finanzsystems. Gold dagegen blieb Gold.

Man muss daraus keine Untergangstheorie entwickeln. Moderne ungedeckte Währungen haben enorme wirtschaftliche Entwicklungen ermöglicht. Aber seit 1971 lassen sich zwei Systeme besonders gut miteinander vergleichen: Geld, dessen Menge politisch und wirtschaftlich gesteuert wird, und Gold, dessen natürliches Angebot nur langsam wächst. Genau deshalb ist die Entwicklung seit 1971 für langfristig denkende Anleger so interessant.

Der World Gold Council kommt in seiner Ausgabe „Gold as a strategic asset 2026“ zu dem Ergebnis, dass Gold seit 1971 in US-Dollar langfristig eine annualisierte Rendite von rund neun Prozent erzielt hat. Das bedeutet keineswegs neun Prozent in jedem Jahr. Es gab dramatische Einbrüche, lange Seitwärtsphasen und Jahre, in denen andere Anlageklassen Gold deutlich schlugen. Aber der langfristige Vergleich zeigt, warum das Metall aus der Vermögensdiskussion nie verschwunden ist.

Noch wichtiger ist eine andere Erkenntnis: Gold funktioniert nicht wie eine simple Inflationsversicherung. Die Beziehung zwischen Verbraucherpreisinflation und Goldpreis ist kurzfristig erstaunlich schwach. Untersuchungen des World Gold Council zeigen, dass seit 1971 nur ein relativ kleiner Teil kurzfristiger Goldpreisbewegungen unmittelbar durch Veränderungen der Verbraucherpreisinflation erklärt werden kann. Gold reagiert gleichzeitig auf Realzinsen, Währungen, geopolitische Risiken, Kapitalströme, Zentralbanknachfrage, Investorenstimmung und Erwartungen. Das ist für Anleger entscheidend.

Gold ist kein Thermometer, das jeden Monat exakt die Inflation misst. Es ist eher ein Seismograf für Vertrauen, Geldsysteme, Risiken und langfristige Kaufkraft.

2026: Wenn selbst Zentralbanken wieder über Gold nachdenken

Vielleicht ist eine Zahl besonders geeignet, die aktuelle Bedeutung des Edelmetalls zu illustrieren. Im zweiten Quartal 2026 kauften Zentralbanken netto rund 289 Tonnen Gold. Das waren etwa 62 Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres und nach Angaben des World Gold Council ein Rekordwert für ein zweites Quartal. Im gesamten ersten Halbjahr beliefen sich die Nettokäufe auf etwa 345 Tonnen.

Polen war im ersten Halbjahr mit 82 Tonnen der größte öffentlich ausgewiesene Käufer. China stockte seine Bestände um etwa 40 Tonnen auf. Die chinesische Zentralbank verfügte Ende Juni 2026 nach veröffentlichten Daten über rund 2.346 Tonnen Gold. Warum kaufen Zentralbanken einen Vermögenswert, der keine Zinsen zahlt?

Ihre Motive unterscheiden sich selbstverständlich von denen privater Haushalte. Trotzdem sind die genannten Gründe bemerkenswert. Reserve-Diversifikation, geopolitische und finanzielle Unsicherheit sowie die Funktion von Gold als langfristiger Wertspeicher spielen nach Befragungen von Zentralbanken eine zentrale Rolle. In der jüngsten Erhebung des World Gold Council erwarteten 89 Prozent der befragten Zentralbanken steigende globale Goldreserven innerhalb der kommenden zwölf Monate. 45 Prozent erwarteten, die eigenen Bestände zu erhöhen. Auch Deutschland besitzt enorme Goldreserven.

Zum Jahresende 2025 hielt die Deutsche Bundesbank rund 3.350 Tonnen Gold. Ihr Bilanzwert lag bei etwa 395,2 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren nahezu dieselben physischen Bestände mit rund 270,6 Milliarden Euro bewertet worden. Allein die Neubewertung aufgrund des gestiegenen Goldpreises erhöhte den ausgewiesenen Wert damit um rund 124,6 Milliarden Euro beziehungsweise rund 46 Prozent. Das ist eine bemerkenswerte Zahl. Deutschland hat dadurch nicht plötzlich mehr Gold besessen, denn dasselbe Gold wurde lediglich anders bewertet. Und genau darin steckt eine grundlegende Lektion über Vermögen: Menge und Wert sind nicht dasselbe.

Geschichte Edelmetalle - Torsten Humbert

4.500 Dollar für eine Feinunze – ist Gold jetzt nicht viel zu teuer?

Diese Frage dürften sich viele Anleger 2026 stellen. Der durchschnittliche LBMA-Goldpreis lag im zweiten Quartal 2026 bei 4.506,29 US-Dollar je Feinunze. Gegenüber dem durchschnittlichen Preis im zweiten Quartal 2025 entsprach das einem Anstieg von rund 37 Prozent. Im ersten Quartal 2026 hatte der Durchschnitt sogar bei 4.872,90 Dollar gelegen. Gold korrigierte anschließend deutlich von seinen Höchstständen.

Im August 2026 bewegte sich der Spotpreis erneut ungefähr um 4.500 US-Dollar je Feinunze. Schon diese Schwankungen zeigen, warum die Frage „Ist jetzt der richtige Zeitpunkt?“ niemand seriös mit Gewissheit beantworten kann. Ein Vermögenswert kann teuer aussehen und weiter steigen, oder er kann billig aussehen und weiter fallen.

Torsten Humberts Perspektive als Edelmetallexperte ist deshalb für die Nordmark Wertkontor interessant. Er verantwortet seit Jahrzehnten Einkauf, Prüfung und Preisstellung. Die grundsätzliche Haltung lautet gerade nicht, zukünftige Preise vorherzusagen. Der Anleger soll vielmehr verstehen, was er kauft, zu welchem Preis er kauft, welche Kosten entstehen und wie das Metall verwahrt wird. „Das klingt beinahe altmodisch, aber vielleicht ist gerade das der Punkt“, so Torsten Humbert.

Denn wer Vorsorge betreibt, sollte weniger darüber nachdenken, ob Gold am kommenden Dienstag 100 Dollar höher oder niedriger notiert. Wichtiger sind andere Fragen: Welche Funktion soll das Edelmetall im eigenen Vermögen erfüllen? Wie lange ist der Anlagehorizont? Wie hoch sind Aufgeld, Spread und Verwahrungskosten? Wer ist Eigentümer des Metalls? Kann es ausgeliefert werden? Wo wird es verwahrt? Und wie liquide ist der Rückverkauf? Die Qualität einer Edelmetallstrategie entscheidet sich nicht nur am Goldpreis. Sie entscheidet sich auch an der Konstruktion.

Von der Berliner Schlossfreiheit: Als Gold noch gewogen und nicht „gepitcht“ wurde

An diesem Punkt führt die Geschichte überraschend nach Berlin. Nicht in das Berlin der Fintechs und Trading-Apps, sondern in das Berlin des 18. und 19. Jahrhunderts. Nur wenige Schritte vom damaligen Stadtschloss entfernt lag die Schlossfreiheit. Hier arbeitete eine Familie, deren Geschichte eng mit Gold und Silber verbunden war: Humbert. Die dokumentierte Familienchronik führt sieben Generationen des Gold- und Silberhandwerks auf. 1761 wurde Jérémie Humbert Amtsmeister der Berliner Goldschmiede. 1765 eröffnete er sein Juweliergeschäft an der Schlossfreiheit. Ab 1799 firmierte das Unternehmen als Humbert & Sohn. Für das Jahr 1804 werden 108 Beschäftigte genannt, darunter 28 Meister. 1825 wurde Jean George Humbert zum Hofjuwelier des preußischen Königs ernannt.

„Familiengeschichten sind nicht zu romantisieren, aber man kann aus ihnen etwas lernen“, so Torsten Humbert. Damals war Vertrauen sichtbar. Ein Silberstück besaß Gewicht. Es besaß Feingehalt. Es trug Punzen. Ein Meister stand für seine Arbeit ein.

Die Bibliothek für Hugenottengeschichte bewahrt unter anderem einen Silberlöffel von Humbert & Sohn aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Stück wiegt 56 Gramm. Neben dem Firmenstempel „Humbert&Sohn“ befinden sich darauf die Berliner Stadtmarke sowie weitere Beschauzeichen. Ein Tremulierstich diente der Prüfung des Silberfeingehalts. Fast zweihundert Jahre später lässt sich dieses Stück noch untersuchen: Man kann es wiegen, seine Herkunft erforschen, die Punzen lesen und das Material prüfen. „Vielleicht ist das die stärkste Geschichte, die Edelmetalle erzählen können. Nicht, dass ihr Preis immer steigt, sondern dass Substanz Spuren hinterlässt“, gibt Torsten Humbert zu bedenken.

Ein Löffel überlebt ein Kaiserreich – was bedeutet das für Vorsorge?

Zwischen dem Silberlöffel von Humbert & Sohn und dem Anleger des Jahres 2026 liegen politische Systeme, Kriege, Inflation, Währungsreformen und technologische Revolutionen. Preußen verschwand, das Deutsche Kaiserreich entstand und verschwand. Die Mark wurde von der Rentenmark abgelöst, die Reichsmark von der Deutschen Mark und diese schließlich vom Euro. Banknoten änderten ihr Aussehen. Staaten änderten ihre Grenzen. Unternehmen entstanden und verschwanden. Aber der Löffel blieb Silber.

Das bedeutet natürlich nicht, dass ein Silberlöffel automatisch ein hervorragendes Investment ist. Sammlerwert, Herstellung, Zustand, Herkunft und Materialwert müssen getrennt betrachtet werden. Aber die Geschichte vermittelt eine wichtige Idee.

Physische Werte besitzen eine andere Zeitdimension als Forderungen.

Torsten Humbert begegnet Edelmetallen damit nicht nur als Marktbeobachter des Jahres 2026. Die Familiengeschichte schafft einen ungewöhnlichen historischen Blick auf das Thema. Seine Vorfahren mussten nicht darüber philosophieren, ob Silber „real“ sei. Sie mussten es prüfen und wissen, was 12-lötiges, 13-lötiges oder höherwertiges Silber bedeutete. Sie mussten Legierungen verstehen, Gewicht kontrollieren und Qualität gewährleisten.

Heute existieren hochpräzise Prüfverfahren und international standardisierte Barren. Doch die zentrale Frage ist erstaunlich ähnlich geblieben:

Was genau besitze ich?

Silber: Das nervösere Geschwister des Goldes

Bei Vorsorge in Edelmetallen wird häufig nur über Gold gesprochen. Doch Silber besitzt eine gänzlich andere wirtschaftliche Dynamik. Gold wird überwiegend als Schmuck, Investment und Zentralbankreserve gehalten. Silber ist zugleich Edelmetall und industrieller Rohstoff.

Die Industrie verbrauchte 2025 weltweit rund 657,4 Millionen Feinunzen Silber, entsprechend etwa 20.446 Tonnen. Das waren zwar drei Prozent weniger als im Vorjahr, aber noch immer ein enormes Volumen. Elektronik, Stromnetze, Fahrzeuge, Datenzentren, Medizintechnik und Photovoltaik gehören zu den bedeutenden Einsatzfeldern.

Für 2026 erwartet das Silver Institute einen sechsten jährlichen Angebotsfehlbetrag in Folge. Die industrielle Verarbeitung soll zwar wegen Einsparungen insbesondere in der Photovoltaik um rund zwei Prozent auf ungefähr 650 Millionen Unzen zurückgehen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage aus Investment und anderen Bereichen bedeutend.

Das macht Silber interessant, aber nicht automatisch sicher. Silber schwankt typischerweise stärker als Gold. Industrielle Nachfrage kann in Rezessionen leiden. Technologische Entwicklungen können den Silberverbrauch pro Solarmodul reduzieren. Gleichzeitig können Elektrifizierung, Energieinfrastruktur und neue Technologien Nachfrage erzeugen. Wer Silber lediglich als „kleines Gold“ versteht, übersieht deshalb die Hälfte seiner Geschichte. Und wer aus steigender industrieller Nachfrage automatisch steigende Preise ableitet, macht es sich ebenfalls zu einfach.

Warum Vorsorge nicht mit Angst beginnen sollte

Die Edelmetallbranche hat ein kommunikatives Problem. Gold wird häufig dann besonders aggressiv verkauft, wenn Menschen Angst haben vor Inflation, Krieg, Bankenkrise, Staatsverschuldung oder Währungsreform. Diese Themen sind real und verdienen sachliche Analyse. Aber Angst ist ein schlechter Anlageberater.

Wer Gold kauft, weil ihm jemand den unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des Finanzsystems verspricht, trifft möglicherweise keine Vorsorgeentscheidung, sondern eine Stressentscheidung. Nordmark Wertkontor sieht genau an dieser Stelle den Fokus für Anleger, die auf die altertümliche Vorsorge setzen. Dieser Fokus muss entstehen, durch Transparenz, nachvollziehbare Eigentumsverhältnisse, klare Preise, überprüfbare Waren und eine verständliche Verwahrung. Ein Geschäft soll auch nach Jahren für beide Seiten noch als gutes Geschäft erscheinen. Diese Haltung passt erstaunlich gut zur Humbert-Geschichte. Denn Vertrauen im Edelmetallhandel wurde schon vor zweihundert Jahren nicht durch Hochglanzprospekte geschaffen. Es wurde gestempelt, gewogen und geprüft.

2.522 Tonnen Gold in sechs Monaten – und trotzdem keine Garantie

Die Dimension des heutigen Goldmarktes ist gewaltig. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte die weltweite Goldnachfrage einschließlich außerbörslicher Geschäfte rund 2.522 Tonnen. Ihr Wert belief sich nach Angaben des World Gold Council auf einen Rekord von etwa 380 Milliarden US‑Dollar. Allein im zweiten Quartal wurden rund 1.269 Tonnen nachgefragt. Doch auch diese Zahlen dürfen Anleger nicht verführen. Im zweiten Quartal 2026 kam es bei goldgedeckten ETFs gleichzeitig zu Nettoabflüssen von etwa 45 Tonnen. Die Nachfrage nach Barren und Münzen lag mit rund 307 Tonnen ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres, aber deutlich unter dem außergewöhnlich starken ersten Quartal.

Der Markt sendet also niemals nur ein Signal: Zentralbanken kaufen, ETF-Anleger verkaufen zeitweise, Privatanleger kaufen Barren, die Schmucknachfrage sinkt wegen hoher Preise, Minen fördern mehr und Recycling reagiert auf Preisbewegungen. Genau deshalb sind einfache Geschichten über Gold fast immer falsch. Gold ist weder der sichere Weg zum Reichtum noch ein nutzloses Relikt aus vergangenen Jahrhunderten. Es ist eine eigenständige Vermögensklasse mit besonderen Eigenschaften und realen Risiken.

Die vielleicht wichtigste Anlegerfrage: Wie viel Sicherheit verträgt ein Vermögen?

Diese Frage klingt paradox. Aber Vorsorge bedeutet nicht, alles auf den vermeintlich sichersten Vermögenswert zu setzen. Wer sein gesamtes Vermögen in Gold umschichtet, tauscht Risiken lediglich aus. Aktien besitzen Unternehmensrisiken, bieten dafür Beteiligung an Produktivität und Erträgen. Anleihen besitzen Zins- und Bonitätsrisiken, liefern dafür laufende Erträge. Immobilien bieten Nutzung und mögliche Mieteinnahmen, sind aber kapitalintensiv und wenig liquide. Bargeld ist liquide, verliert jedoch bei Inflation Kaufkraft. Gold erwirtschaftet keinen laufenden Cashflow, kann aber Diversifikation und einen Vermögenswert ohne unmittelbares Emittentenrisiko bieten.

Der World Gold Council beschreibt Gold deshalb nicht als Ersatz für ein Portfolio, sondern als möglichen strategischen Bestandteil eines diversifizierten Vermögens. Seine Untersuchungen aus 2026 betonen insbesondere langfristige Rendite, Liquidität und Diversifikation. Für private Anleger bedeutet das: Die entscheidende Frage lautet nicht „Gold oder Aktien?“. Sie lautet eher: Welche Aufgabe soll welcher Vermögenswert erfüllen? Das ist ein wesentlich erwachsenerer Blick auf Vorsorge.

Werte lügen nicht – aber sie müssen richtig gelesen werden

Vielleicht steckt darin die Verbindung zwischen der Werkstatt von Humbert & Sohn im alten Berlin und dem Edelmetallhandel des Jahres 2026. Werte sprechen nicht, sie versprechen nichts, sondern müssen interpretiert werden. Ein historischer Silberlöffel erzählt von Material, Handwerk und Herkunft. Ein Goldchart erzählt von Angebot, Nachfrage, Zinsen, Währungen und Vertrauen. Die Inflationsrate erzählt davon, wie sich Kaufkraft verändert. Die Goldreserven der Bundesbank erzählen davon, dass selbst ein modernes Zentralbanksystem weiterhin erhebliche Mengen eines jahrtausendealten Metalls hält. Und der Anleger muss daraus seine eigenen Schlüsse ziehen.

Torsten Humberts familiäre Verbindung zu den Berliner Gold- und Silberschmieden macht diese Perspektive ungewöhnlich anschaulich. Aus der Werkstatt von Humbert & Sohn sind Gegenstände erhalten geblieben, deren Herstellerzeichen noch heute lesbar sind. Die Schlossfreiheit, an der die Familie arbeitete, existiert in ihrer damaligen Form nicht mehr. Das politische System, dem die Hofjuweliere dienten, existiert ebenfalls nicht mehr. Aber das Silber existiert. Trotzdem wäre es unseriös, daraus eine Renditegarantie für die Zukunft abzuleiten. Aber es wäre ebenso kurzsichtig, diese Tatsache bedeutungslos zu nennen.

Nordmark Wertkontor: Vielleicht beginnt Vertrauen dort, wo das Versprechen endet

Nordmark Wertkontor tritt in einen Markt ein, in dem Vertrauen entscheidend ist. Gerade bei physischen Edelmetallen geht es nicht allein um den Kaufpreis, sondern darum, ob Ware tatsächlich vorhanden ist, Feinheit und Gewicht, Eigentum, Verwahrung, Auslieferung und Kosten. Und es geht um die Frage, ob Händler und Kunde dieselbe Vorstellung davon besitzen, was gekauft wurde.

Torsten Humberts Familiengeschichte reicht zurück in eine Zeit, in der ein Edelmetallhändler nicht mit einem Kursziel überzeugen konnte. Er musste mit Materialkenntnis, Gewicht, Prüfung und Reputation überzeugen.Diese Prinzipien lassen sich in die Gegenwart übersetzen.

Über Torsten Humbert und Nordmark Wertkontor

Torsten Humbert verantwortet bei Nordmark Wertkontor den Edelmetallhandel mit den Schwerpunkten Einkauf, Prüfung und Preisstellung. Seine Familie ist über mehrere Generationen mit dem Berliner Gold- und Silberhandwerk verbunden. Historische Spuren führen unter anderem zu Humbert & Sohn an der Berliner Schlossfreiheit und zum Hofjuwelier Jean George Humbert. Nordmark Wertkontor befindet sich als GmbH in Gründung und richtet sein Geschäftsmodell auf den Kauf, Verkauf und die Verwahrung physischer Edelmetalle aus. Das Unternehmen versteht sich dabei ausdrücklich als Händler und Verwahrer und nicht als Anbieter von Anlageprognosen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und historischen sowie wirtschaftlichen Einordnung. Er stellt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Edelmetalle dar. Edelmetallpreise können erheblich schwanken. Anleger sollten ihre persönliche Vermögenssituation, ihren Anlagehorizont, Kosten, Verwahrung und Risiken vor einer Entscheidung eigenständig beziehungsweise mit geeigneten Beratern prüfen.

We Produce more Emotion

Zukunft Gesundheit: Herausforderungen und Chancen Digitalisierung

Dynamische Entwicklungen mit Herausforderungen: Elektronische Gesundheitsakten, Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), KI-Technologien, Gesundheits-App, elektronische Rezeptsysteme, persönliche Schutzausrüstung (PSA) – Diskussionsbeitrag von Max Leber, Geschäftsführer PPE Germany GmbH in